LEHRER-INFO

Die ZEITREISEN enthalten neun gängige Geschichtsepochen, welche – abgesehen von der „NS-Zeit“ – durchgehend auf lustige Weise szenisch dargestellt sind.

Gerade in sehr heterogenen Lerngruppen (z.B. integrativen Gesamtschulen, Gemeinschaftsschulen) mit großen Niveauunterschieden ist es oft schwierig, komplexe Zusammenhänge und abstrakte Inhalte für alle Schülerinnen und Schüler ihren Niveaustufen entsprechend zu vermitteln.

Als Geschichtslehrer kennt man die Herausforderung, die Verflechtungen der Weltgeschichte, die politischen Dimensionen, quasi „das ganze Bild“ gut verständlich auf den Punkt zu bringen. Gemeinschaftsschullehrer mit einem Klientelspektrum von Gymnasiasten über Real-, Haupt- bis hin zu Förderschülern in einer Lerngruppe erst recht!

Diese didaktisch erforderliche Reduktion auf das Wesentliche gelingt spielerisch durch das szenische Arbeiten. Zusammenhänge werden verständlich und durch das Eintauchen in die Rollen der Zeit entsteht ein erlebtes Bild der Epoche, eine Epoche, an der die Schüler selbst teilhaben, die zu „ihrer“ Epoche wird.

Die Jugendlichen sprechen aus der jeweiligen Rolle heraus, sie versetzen sich in die Lage des Gladiators, des Minnesängers oder des kohlenschleppenden Arbeiters der 20er Jahre. Sichtweisen werden so direkt nachvollzogen, Beweggründe unmittelbar nachempfunden.

Darüber hinaus können Schüler sich im Schutz der Rolle ausprobieren, sich im Perspektivenwechsel üben und ihre Empathiefähigkeit schulen.

Durch das szenische Spiel gerät die zu vermittelnde Thematik in Aktion. Inhalte könnten nachhaltiger nicht mitgeteilt werden, als durch das eigene Erspielen. Es entsteht eine simple, farbenfrohe „Griffigkeit“ durch die Teilhabe an der jeweiligen geschichtlichen Situation. Durch das In-Szene-Setzen eines historischen Sachverhaltes wird Geschichte verständlich und mit allen Sinnen durchdrungen.

Aus der Rolle heraus muss der Schüler z.B. herrschen, diskutieren, sich aufregen, lachen, weinen und Entscheidungen treffen, die manchmal richtungsweisend für den Verlauf der weiteren historischen Entwicklung waren. Der Förderschüler taucht dabei genauso in die Epoche ein wie der Gymnasiast – jeder mit einem ihm angemessenen Beitrag.

Die Stücke sind lebhaft gestaltet und mit dem Hier und Jetzt verwoben. Inhalte und Zusammenhänge werden oft durch das Karikieren einzelner historischer Figuren auf die Spitze getrieben und so für die Schüler verständlich gemacht.

EINSATZMÖGLICHKEITEN

Die Texte sind in unterschiedlicher Weise einsetzbar. Einerseits können sie wie oben beschrieben als Impuls für szenisches Arbeiten zum besseren Verständnis historischer Zusammenhänge im Geschichtsunterricht dienen. Sie können aber auch als Grundlage für Aufführungen genutzt werden. Beides ist kombinierbar.

Wenn man keinen Aufwand scheut und als Initiator starke Nerven und/oder ein engagiertes Kollegium hat, dann kann die Textgrundlage auch Basis für ein Großprojekt mit verschiedenen Epochenräumen sein. Für ein solches Großprojekt sind die Texte ursprünglich geschrieben worden.

Bitte beachten Sie die rechtlichen Regeln zur Verwendung im Impressum der jeweiligen Bücher.

Texte als Impuls für szenisches Arbeiten

Nach oder während der Erarbeitung einer Epoche/eines Themas können Schüler den Auftrag bekommen (z.B. als Gruppe), die behandelte Thematik als kleine Szene darzustellen. Dafür können Teile eines Epochenstückes (z.B. aus dem Text „Mittelalter“ die Textpassage über den Minnesang) kopiert und den Schülern als Textgrundlage angeboten werden. Ihnen steht es jedoch frei, die Szene „einfach nur“ zu spielen oder selbst neue Aspekte (die vielleicht im Unterricht ausführlich besprochen wurden) hinzuzunehmen und sie ebenfalls szenisch darzustellen. So kann z.B. eine Gruppe den „Minnesang“ behandeln, eine andere die Thematik „Stadtluft macht frei“, eine weitere das „Marktgeschehen“. Alle Gruppen müssen sich vorab besprechen, ihre Rollen definieren, gemeinsam dafür sorgen, dass sie selbst und dann ihre Mitschüler (ihr Publikum) die Inhalte verstehen können. Sie können kreativ einen Verstehensprozess entwickeln – zuerst ihren eigenen, dann den ihrer Zuschauer.

Erfahrungsgemäß haben Schüler sehr viel Freude an derartigen Herangehensweisen. In der Unterrichtspraxis konnte ich häufig beobachten, dass sie die Pause durcharbeiteten bzw. durchspielten und „ganz nebenbei“ Geschichtsinhalte lernten, die sie zum Vorführen „ihrer“ Szene benötigten.

Texte als Grundlage für Aufführungen

Natürlich können die Texte auch als Grundlage für Aufführungen größerer Art genutzt werden. Sie sind einzeln als Theaterstück (z.B. über die Zeit des „Mittelalters“) nutzbar, können aber auch als kleinen Abriss der Geschichte verschiedener Epochen nacheinander auf einer Bühne gespielt werden. Hier kann man die live gespielten Szenen mit selbstgedrehten Filmsequenzen kombinieren (so, wie es der ursprüngliche Text vorsieht), oder sich auf ein reines Live-Schauspiel beschränken. Die  Textbücher beinhalten sowohl die Drehbücher für die Filme als auch Hinweise, wie man mit wenig Aufwand anstelle eines Filmes Dokumentationen, Musikstücke o.Ä. einbauen kann.

Texte als Grundlage eines Großprojektes mit mehreren Räumen

Letztlich gibt es noch die Möglichkeit ein großes Schulprojekt zu veranstalten. Alle Epochen/Szenen werden dann in verschiedenen Räumen – ZEITRÄUMEN – gespielt und jede Klassenstufe kann mitwirken. Näheres zu dieser Projektmöglichkeit finden Sie im Buch unter “Erfahrungen des Zeitreiseprojektes”.